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Ministerium für Staatssicherheit

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Ministerium für Staatssicherheit Artikel

Das Ministerium für Staatssicherheit, kurz MfS, war der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR mit eigenen Behandlungsgefängnissen. In dem SED Jargon sprach man von "Schild und Schwert der Partei", der Volksmund genannte das MfS als „Stasi“. Das MfS wurde 1950 gegründet und diente dem Regime hauptsächlich als Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparat gegen die eigene Bevölkerung. In dem Westen wurde auch die Nennung Staatssicherheitsdienst, jedoch nicht SSD benutzt.

Daneben gab es einen weiteren Geheimdienst, die Militäraufklärung der NVA, Tarnbezeichnung am Objekteingang: Mathematisch-Physikalisches Institut der NVA in Berlin-Treptow. Die Verwaltung 2000 (militärischer Abwehrdienst) des MfS gehörte nicht zu diesem Dienst.

Ministerium für Staatssicherheit Beschreibung
Ministerium für Staatssicherheit Beschreibung
 Wappen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR
Inhaltsverzeichnis
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Geschichte und Aufgaben des MfS

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Vorläufer des MfS

Das MfS war nicht der erste Geheimdienst zur Überwachung der DDR-Bevölkerung. In der DDR gab es vor der Gründung des Ministeriums am 8.02 1950 zwei Vorläufer.

Zum einen installierten die sowjetischen Ministerien für Inneres und für Staatssicherheit (NKWD/NKGB bzw.MWD/ MGB) eine Reihe von selbständigen, umfangreichen Apparaten in der SBZ, die unter der Leitung des Generalobersten Iwan A. Serow, ab 1946 Nikolai K. Kowaltschuk standen.

Zum anderen wurde in dem August 1946 die Deutsche Verwaltung des Inneren (DVdI) gegründet, die die politische Polizei unter der Nennung K5 vereinheitlichte. Sehr früh wurde die K5 schon damit betraut, geheimdienstliche Operationen/ Aufgaben durchzuführen und zu betreuen. Anfangs hatte die K5 einen Personalbestand von rund 160 (1946) und später einen Bestand von fast 700 (April 1948) Mitarbeitern.

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MfS

Den Startschuss für den Aufbau einer eigenständigen Geheimpolizei gab das Politbüro der SBZ am 28. Dezember 1948. Mit diesem Beschluss konnten sich Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck sowie Otto Grotewohl gegen die Befürchtungen des sowjetischen Ministers für Staatssicherheit, Victor S. Abakumow, durchsetzen, der Sorgen wegen der Wirkung dieses Beschlusses auf die Westalliierten hatte.

Das MfS wurde am 8.02 1950 gegründet. Als Leiter wurde Wilhelm Zaisser eingesetzt, Erich Mielke als sein Stellvertreter.

Nachdem es bei der Verhinderung des Volksaufstandes am 17.06 1953 „versagt“ hatte, wurde das Ministerium von 1953 zu dem „Staatssekretariat für Staatssicherheit (SfS)“ umgeformt und dem Innenministerium unterstellt. Erst 1955 erhielt es wieder Ministeriumsrang. Leiter des SfS war Ernst Wollweber. Diesen ersetzte Walter Ulbricht 1957 durch Erich Mielke. Er leitete das MfS bis zu seiner Auflösung 1989. Leiter der Auslandsaufklärung des MfS war von 1955 bis 1986 Markus Wolf.

Rechtliche Grundlage für die Tätigkeit des MfS war das „Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit“, die Statuten des SfS/MfS von 1953 bzw. 1969 (die allerdings strengster Geheimhaltung unterlagen, in welchen aber die geheimdienstlichen Befugnisse von der Regierung oder dem Nationalen Verteidigungsrat sanktioniert wurden) sowie die Strafprozessordnung und das Volkspolizei-Gesetz von 1968, dessen Paragraph 20 die Angehörigen des MfS mit polizeilichen Befugnissen ausstattete. Allerdings bewegte sich der Geheimdienst auch außerhalb dieser rechtlichen Grundlagen und verstieß bei seiner Arbeit auch gegen Verfassungsgarantien der eigenen DDR-Verfassung.

Durch den Beschluss des SED-Politbüros vom 23.10 1953 wurden dem DDR-Geheimdienst folgende Aufgaben zugeteilt:

  • Auklärungsarbeit in Westdeutschland und Westberlin mit dem Absicht, dass Mitarbeiter des MfS in allen wichtigen Institutionen der Westalliierten anzutreffen sind (Bonner Regierung, Industrie, Forschung)
  • aktive Spionageabwehr durch das Eindringen von MfS Informatoren in alle wichtige Bereiche des öffentlichen, westlichen Lebens
  • Durchführung von Agenturarbeit z.B.: Kontrolle von Massenorganisationen, gezielte Zersetzung und Spaltung der Kirche und ihrer Jugendgruppe, Intellektuellenkreisen und ihrer Dissidenten.
  • Aufdeckung und Beseitigung feindlicher Zersetzungstätigkeiten (z.B. oppositionelle Stimmen, Widerspruch gegen Zensur, Gebrauch von Meinungsfreiheit...)
  • Gewährleistung des absoluten Schutzes von verantwortlichen Parteifunktionären
  • Gewährleistung der genauen Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsorganen und Polizei
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Umfang des MfS

Das MfS diente dem Regime hauptsächlich als Unterdrückungs- und Bespitzelungsapparat gegen die eigene Bevölkerung. Es wird geschätzt, dass 1989 etwa 91 Tausend Menschen hauptamtlich für das MfS arbeiteten. Da sich das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ verstand, war ein Großteil seiner Mitarbeiter zugleich Mitglied in der SED. Das MfS war zwar formal dem Ministerrat der DDR unterstellt, jedoch führte jedoch wie jeder Geheimdienst ein internes Eigenleben. Hinzu kamen weit mehr als 100 Tausend so genannte „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM), von denen viele sich als Spitzel und in dem Ausland als Spione (MfS Sprachgebrauch: Kundschafter des Friedens) betätigten.

Die oben genannten Zahlen zeigen, dass bezogen auf die Gesamtzahl der OM und IM z.B. 200 Tausend und der Gesamtzahl der Bürger der BRD (80 Mil.) jeder 400. für das MfS gearbeitet hat. Unter Ausschluss der Kinder und Alten (18-80 Jahre) müsste vermutlich jeder 200. bis 300. Bürger in Gesamtdeutschland für das MfS gearbeitet haben. Geht man von einem Hauptschwerpunkt der Mitarbeiter in der DDR (16 Millionen Einwohner) aus und dass 2/3 (140.000) der Mitarbeiter dort tätig waren, war vermutlich ungefähr jeder 50. zwischen 18 und 80 Jahren für das MfS tätig. Viele der IM waren hauptamtlich Polizisten, Staatsbeamte und Armeeoffziere aber auch Privatpersonen wie Kollegen, Mitarbeiter, selbst Familienangehörige.

Zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs der DDR waren in der Bundesrepublik rund 1500 Spione, vorwiegend in Westdeutschland für die Stasi aktiv, wie eine Auswertung der so genannten Rosenholz-Dateien in dem März 2004 ergab. Die Anzahl der IM, welche für die Hauptverwaltung Aufklärung in der DDR selbst tätig waren wurde dabei mit 20 Tausend beziffert.

Der Eintrag als IM ist vorerst ca. als Indiz für eine Geheimdiensttätigkeit zu werten: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch reine Kontaktaufnahmen des MfS durch einen Aktenbeleg als IM dokumentiert sind. Alleine aus Vermerken und sonstigen Eintragungen auf Karteikarten lässt sich nicht stets zweifelsfrei feststellen, wie eng die Beziehung einer Person zu dem MfS war; sie liefern ca. Indizien. Die Geschehnisse können häufig ca. an Hand der Akten umfassend nachvollzogen werden. Diese sind für manche IM noch erhalten, für andere IM vernichtet. Allerdings finden sich Querverweise in anderen Berichten, die ein Bild über die Tätigkeit eines IM geben können. Eine Verpflichtungserklärung (zur Zusammenarbeit mit dem MfS) ist in diesen Fällen häufig nicht mehr aufzufinden, da eine erhebliche Aktenanzahl vor dem Zusammenbruch der Behörde vernichtet wurde.

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Gliederung des MfS

Das MfS war in mehrere Hauptabteilungen sowie Unterabteilungen und Arbeitsgruppen gegliedert, die alle eng miteinander in Verbindung standen. Die Hauptgruppen waren meist mit römischen Ziffern durchnummeriert und jede von ihnen arbeitete auf ihrem ihr zugewiesenen Tätigkeitsfeld von Reiseangelegenheiten über visuelle Überwachung , Personenschutz bis hin zu Spionage. Untertätigkeiten der Einzelnen Hauptabteilungen waren u.a. Waffenhandel und Ausbildung und Unterstützung der RAF.

  • Minister für Staatssicherheit
    • Abteilung 26 - Telefonüberwachung
    • Abteilung Bewaffnung/Chemischer Dienst (BCD)
    • Abteilung Finanzen
    • Abteilung Nachrichten - Sicherstellung des Nachrichtenwesens
    • Abteilung X - Internationale Verbindungen
    • Abteilung XI - Chiffrierdienst
    • Abteilung XIV - Behandlungshaft und Strafvollzug
    • Arbeitsgruppe Bereich Kommerzielle Koordinierung (AG BKK)
    • Arbeitsgruppe des Ministers (AGM) - Mobilmachung, Schutzbauten
      • Wachregiment Berlin "Feliks Dzierzynski"
    • Arbeitsgruppe E beim Stellvertreter des Ministers Generaloberst Mittig (AG E)
    • Arbeitsgruppe XVII - Besucherbüros Berlin (West)
    • Büro der Leitung (BdL)
    • Büro der Zentralen Leitung der Sportvereinigung Dynamo
    • Hauptabteilung I (HA I) - Abwehrarbeit in der NVA und Grenztruppen
    • Hauptabteilung II (HA II) - Spionageabwehr
      • Abteilung M - Postkontrolle
    • Hauptabteilung III (HA III) - Funkaufklärung, Funkabwehr
    • Hauptabteilung VI (HA VI) - Paßkontrolle, Tourismus, Interhotel
    • Hauptabteilung VII (HA VII) - Abwehrarbeit in dem Ministeriums des Innern (MdI) und Deutschen Volkspolizei (DVP)
    • Hauptabteilung VIII (HA VIII) - Beobachtung/Ermittlung
    • Hauptabteilung IX (HA IX) - Behandlungsorgane
    • Hauptabteilung XIX (HA XIX) - Verkehr, Post, Nachrichtenwesen
    • Hauptabteilung XVIII (HA XVIII) - Sicherung der Volkswirtschaft
    • Hauptabteilung XX (HA XX) - Staatsapparat, Kultur, Kirche, Untergrund
    • Hauptabteilung XXII (HA XXII) - Terrorabwehr
    • Hauptabteilung Personenschutz (HA PS)
    • Hauptabteilung Kader und Schulung (HA KuSch)
      • (Juristische) Hochschule des MfS
      • Zentraler Medizinischer Dienst (ZMD)
    • Operativ-Technischer Sektor (OTS)
    • Verwaltung Rückwärtige Dienste (VRD)
    • Zentrale Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (ZAGG)
    • Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG)
      • Abt.XII Zentrale Auskunft/Speicher
      • Abt.XIII Zentrale Rechenstation
      • Rechtstelle
    • Zentrale Koordinierungsgruppe (ZKG) - Flucht und übersiedlung
    • Zentraler Operativstab (ZOS)
  • Hauptverwaltung Aufklärung - Auslandsspionage
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Ausbildungsstätten des MfS

Am 16.06 1951 eröffnete Walter Ulbricht in dem Beisein von Wilhelm Zaisser die „Schule des Ministeriums für Staatssicherheit“ in Golm bei Potsdam. Ernst Wollweber, der Nachfolger Zaissers, wandelte sie 1955 in die „Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit“ um, obgleich es zu diesem Zeitpunkt noch keine Hochschule war, sondern langsam dazu verändert wurde. Erst 1963 konnte man ein Diplom erwerben. Seit Juni 1965 wurde sie nach außen hin „Juristische Hochschule Potsdam“ genannt. Intern wurde von 1976 bis 1989 der Name „Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit“ benutzt. Am 18.06 1968 erhielt die Hochschule Promotionsrecht (Dr. jur. (Promotion A), ab 1.06 1981 auch Dr. sc. [scientiae] jur. [juris] (Promotion B)). Alle Arbeiten unterlagen den üblichen Geheimhaltungsregeln eines Geheimdienstes. Absicht der Ausbildung war es, leitende Offiziere für den MfS auszubilden.

Bis 1961 wurde ein Lehrstuhl „Juristische Ausbildung“, eine Arbeitsgruppe „Kriminalistik“ und Institute für Marxismus-Leninismus, Recht und Spezialdisziplin eingerichtet. 1988 kamen Lehrstühle für „Grundprozesse der politisch-operativen Arbeit“, „Spionage“, „Politische und ideologische Diversionstätigkeit (PID)“, „Politische Untergrundtätigkeit (PUT)“ und „Grundfragen der Arbeit in dem und nachdem Operationsgebiet“ hinzu.

Am 19. Juni 1970 wurde die „Juristische Fachschule des Ministeriums für Staatssicherheit“ gegründet und am 4.11 1970 von Erich Mielke eröffnet. Sie war der Juristischen Hochschule Potsdam angegliedert. Möglich war hier die Absolvierung eines Fachschuldirekt- oder ein Fachschulfernstudiums. Zugangsvoraussetzung war die vorherige Mitarbeit für das MfS. Bis 1984 gab es 6.343 Absolventen, gemäß Hochrechnungen waren es bis zur Auflösung der Schule circa 10.000. (Literatur (1))== Mitarbeiter ==

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Offizielle Mitarbeiter

  • Wilhelm Zaisser - Minister für Staatssicherheit (Februar 1950 - Juli 1953)
  • Ernst Wollweber - Minister für Staatssicherheit (24. Juli 1953 - Ende 1957)
  • Erich Mielke - Minister für Staatssicherheit (1957 - 1989)
  • Markus Wolf - Leiter der Auslandsaufklärung
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Bekannte Inoffizielle Mitarbeiter (IM)

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Opfer oder Personen des öffentlichen Lebens, die beobachtet wurden

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Adresse der MfS-Zentrale

Die Zentrale des Ministeriums nahm einen ganzen Häuserblock ein: Frankfurter Allee/Magdalenenstraße/Normannenstraße/Ruschestraße. Das meiste ist erhalten und kann teilweise besichtigt werden: 10367 Berlin-Lichtenberg, Normannenstr. 22 (U-Bahn: Magdalenenstraße), (siehe Weblinks). Zugänglich sind u.a. die Räume von Erich Mielke.

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